GOLDENER HERBST – Legenden reden übers Leben (ORF2)

Der Film von Tommy Schmidle zeigt über 600 Jahre Lebenserfahrung voller Energie und mit viel Humor gebündelt in 50 Minuten für alle Generationen.

Wenn Legenden wie Waltraut Haas, Renate Holm, Karl Merkatz, Harald Serafin, Sepp Forcher, Otto Schenk und Hugo Portisch gemeinsam in einer Dokumentation auftreten und über ihr Leben im „Goldenen Herbst“ sprechen, dann ist viel geboten – von guter Unterhaltung bis Ernsthaftigkeit. Allerdings wollen sie alle nichts von Altersweisheit wissen.

Karl Merkatz bringt es auf den Punkt: „Weiß sind nur meine Haare…“ Kurz vor seinem 90. Geburtstag durfte das Filmteam sogar in seine Werkstatt in Irrsdorf, wo er bis heute seinem gelernten Beruf und heutigen Hobby – der Tischlerei – nachgeht. Waltraut Haas fährt in der Kutsche durch die Wachau und hier erzählt sie von den Glücksmomenten im hohen Alter, wenn sie z.B. mit ihrem Sohn auf der Bühne steht und spielt. Der Applaus gibt ihr Kraft und hält sie jung. Sepp Forcher hingegen hat nach eigenen Angaben nie etwas unternommen, um jünger, schöner oder besser zu sein. Er habe versucht, aus dem, was er hat, das Beste zu machen, und genießt jetzt das Leben. Am Liebsten gemeinsam mit seiner Helli, mit der er bald 65 Jahre verheiratet ist. Er fährt oft Auto und mit der Seilbahn auf seine geliebten Berge.

Otto Schenk gibt auch Einblicke, wie wichtig negative und schwere Phasen im Leben sind, denen man „die Glücksmomente abluchsen“ müsse. So habe er mit seinen Freunden in den Kriegsjahren viel gelacht, um die Gräuel zu überstehen und zu überspielen. Auch Harald Serafin, der als Kind mit seiner Familie aus Litauen zu Fuß geflohen ist, glaubt, dass seine positive Energie mit den schlimmen Erfahrungen im Leben zusammenhängt und dass auch Krisen wie die jetzige Corona-Zeit genützt werden müssten, um daraus das Beste zu machen.

 

Mit dem Tod scheint niemand ein Problem zu haben. Er kommt, wenn er kommt. Es sei kein guter Rat, so Renate Holm, die mit ihrem Gesangsunterricht junge Talente fördert und ihre Erfahrungen weitergibt, jeden Tag so zu leben als wäre er der letzte. Dann müsste sie ja jeden Tag Kaviar essen, so der Opernstar. Sie bleibe aber lieber bei ihren Erdäpfeln mit etwas Leinöl. Der Älteste in dieser Reihe – Hugo Portisch – hält nichts davon, sich jung zu halten und kann auch mit dem Glauben nicht viel anfangen. Er zählt auf seine persönlichen Erlebnisse und freut sich, alt zu sein, weil das Alter viele neue Erfahrungen mit sich bringe. Der Tod sei ihm jederzeit willkommen. Eine Aussage, die er mit seinem berühmten Lächeln kommentiert.